Abschlüsse

Der Bologna-Prozess im Jahr 1999 legte den Grundstein zur Reform des europäischen Hochschulsystems. Ziel ist die Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit sowie der Standortunabhängigkeit der Studierenden durch eine europäische Vergleichbarkeit der Abschlüsse. Dafür wurde ein zweistufiges Studiensystem eingeführt, die damit zu absolvierenden Abschlüsse sind Bachelor und Master.

Bachelor

Der Bachelor stellt den ersten berufsqualifizierenden Studienabschluss dar. Das Studium dauert in der Regel sechs bis acht Semester, für die ein Arbeitsaufwand von 40 Arbeitswochenstunden und 45 Arbeitswochen im Jahr vorgesehen ist. Die erbrachten Leistungen werden mittels des ECTS (European Credit Transfer System) bemessen. Je nach vertiefter Fachrichtung erhält der/die Absolvent/-in einen anderen Titel:

Bachelor of Arts (B.A.):

Abschlussbezeichnung in den Fächern und Fächergruppen Sprach- und Kulturwissenschaften, Sport und Sportwissenschaften, Sozialwissenschaften, Kunstwissenschaft und künstlerisch angewandte Studiengänge. Je nach Ausrichtung des Studiengangs gilt er auch als Abschlussbezeichnung für die Fächergruppe der Wirtschaftswissenschaften.

Bachelor of Science (B.Sc.):

Abschlussbezeichnung für einen Bachelorstudiengang in den Fächern und Fächergruppen Mathematik, Naturwissenschaften, Medizin, Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften. Bei Medizin und Ernährungswissenschaften betrifft dies nicht die staatlich geregelten Studiengänge. Je nach Ausrichtung des Studiengangs gilt er auch als Abschlussbezeichnung für die Fächergruppe der Wirtschafts-, Sozial- und Ingenieurwissenschaften.

Bachelor of Engineering (B.Eng.):

Abschlussbezeichnung in den Ingenieurwissenschaften. Je nach Ausrichtung des Studiengangs gilt auch der Bachelor of Science als Abschlussbezeichnung für die Ingenieurwissenschaften. In ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen an Universitäten wird hauptsächlich der Bachelor of Science (B.Sc.) verliehen. Der Bachelor of Engineering wird vermehrt in ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen an Fachhochschulen verliehen, wobei auch diese den Bachelor of Science verleihen können.

Bachelor of Laws (LL.B.):

Abschlussbezeichnung in den Rechtswissenschaften. Eine Ausnahme bilden hier die staatlich geregelten Studiengänge.

Master

Der Master bezeichnet eine Spezialisierung der im Bachelor erworbenen Kenntnisse. Dies sollte nach dem ECTS-Modell innerhalb von zwei bis vier Semestern möglich sein. Der erworbene Abschluss ist den drei Abschlüssen (Diplom, Magister, Staatsexamen) der traditionellen Studiengänge gleichgestellt. Die Titel des Master-Abschlusses gestalten sich analog zu denen des Bachelor-Abschlusses, da zwischen diesen beiden akademischen Graden ein großer thematischer Zusammenhang bestehen sollte.

Weiterführende Informationen zum Thema Studium finden Sie unter www.studienwahl.dewww.bachelor-studium.net sowie unter www.bachelorstudium.de und www.masterstudium.info.

Studiengänge mit den Abschlüssen Diplom, Magister oder Staatsexamen haben eine in das so genannte Grund- und Hauptstudium gegliederte Studienzeit, in der sowohl Pflicht- als auch Wahlpflichtfächer absolviert werden. Das Grundstudium vermittelt Basiskenntnisse, im Hauptstudium erfolgt die Spezialisierung. Zwei komplexe schriftliche und mündliche Prüfungseinheiten beenden das Studium. Die Abschlussprüfungen sind je nach Studiengang entweder nach einer Regelstudienzeit von neun Semestern vorgesehen oder werden studienbegleitend durchgeführt.

Diplom (Dipl.):

Das Diplom (Dipl.) kann in erziehungs-, ingenieur-, natur- sowie wirtschaftswissenschaftlichen Fächern und in Sport absolviert werden.

Magister Artium (M.A.):

Der Magister Artium (M.A.) umfasst geistes-, kultur- oder sozialwissenschaftliche Fächer, die viele Kombinationsmöglichkeiten bieten.

Staatsexamen:

Das erste Staatsexamen wird in den Fächern Jura, Lehramt, Medizin oder Pharmazie abgelegt. Es ist eine staatliche Prüfung und in zwei Grade aufgeteilt. Das erste Staatsexamen beinhaltet einen Leistungsnachweis theoretisch fundierter Kenntnisse. Nach einer Phase der praktischen Arbeit wird das zweite Staatsexamen angeschlossen.