KISSWIN.DE-Blog

18.05.2012
11:44

Keine typisch griechische Erfahrung

  Der Morgen begann so schön: Etwas länger als üblich schlafen, Sonne, ein leckeres Frühstück in netter italienischer Gesellschaft... Gegen 10 Uhr machten wir uns dann zu Fuß zu den Kallithea Termen auf. Doch leider erreichten wir unser Ziel nicht. Hinter uns zogen dunkle Wolken auf und als das erste Donnergrollen zu uns drang, entschieden wir uns zur Umkehr. Keine 200m vom Hotel entfernt brach dann ein Wolkensturz auf uns nieder, inklusive Blitz, Donner und bis zu 2cm großen Hagelkörnern.  Wir flüchteten uns unter einen Hauseingang, doch es war schon zu spät wir waren schon bis auf die Haut durchgenässt. Eine viertel Stunde später, der Himmel lichtete sich schon wieder, machten wir uns auf der vereisten Straße auf den Heimweg. Im Hotel angekommen schien dann auch die Sonne...

Das war nun wirklich keine typisch griechische Erfahrung! So gibt es auf Rhodos angeblich im Mai nur 2 Regentage schön, dass diese rein rechnerisch schon hinter uns liegen (am Mittwoch hatte es hier wohl auch geregnet).

Wir werden unser Glück nochmal nach dem Mittagessen versuchen. Die Kallithea Therme liegen nur 3km entfernt und die Konferenz beginnt erst um 17 Uhr...

18.05.2012
07:45

Rhodos - ein Tag vor der Konferenz

  Es dauert angeblich 2 Jahre, bis sich unsere empfindlichen Füße vollends an das Barfußlaufen gewöhnt haben. Als ich die kleine Meeresbucht mit ihrem Sandstrand verlasse und auf felsigem Boden weiterlaufe, ziehe ich also meine Schuhe lieber wieder an zwei Jahre Zeit habe ich leider nicht... Dennoch genieße ich das Meer und den Wind und die Sonne von Rhodos.

Es ist noch nicht lange her, dass ich von meiner bevorstehenden Konferenz mit dem Thema Ecology and Function of the Plant-Microbiome auf Rhodos berichtet habe und schon bin ich hier! Die Konferenz startet allerdings erst Freitagabend. Die unflexiblen Flugzeiten hatten mich gezwungen, einen Tag eher an (und ab) zu reisen. Ich habe natürlich nichts gegen den Miniurlaub einzuwenden, so konnte ich heute Mittag direkt nach der Ankunft zwei Stunden in Rhodos Stadt verbringen bevor es zum Konferenzhotel nach Kalithea weiterging. Und auch Morgenvormittag ist noch Sightseeing angesagt. Ich habe schon Bekanntschaft mit zwei italienischen Teilnehmerinnen gemacht, und wir werden morgen gemeinsam auf Erkundungstour gehen so ganz alleine macht es ja doch keinen Spaß.

Ich werde dann Tag für Tag vom 28. New Phytologist Symposium berichten.

13.05.2012
14:51

Arbeiten im Akkord

Letzten Freitag waren nun endlich die Feldproben mit 2 Tagen Verspätung in Jena angekommen. Mein neuer Kollege und ich haben uns nach dem Labmeeting dann sofort an die Arbeit gemacht und die Wurzel- und Blattproben bearbeitet. Obwohl wir im Voraus schon Vorbereitungen getroffen hatten, zog sich unser Isolationsexperiment in die Länge. Stefan erklärte sich dann kurzfristig bereit, unseren Sohn von der Tagesmutti abzuholen. Doch auch die dazugewonnenen 2 h Mehrarbeit nutzten nicht viel, die Proben wurden und wurden nicht weniger. Mal eine kleine Kaffeepause, mal schnell einen Keks gegessen, mal kurz auf die Toilette und dann wieder ran an die Sicherheitswerkbank und weiter arbeiten.... Probe um Probe im Akkord. Um 18:30 Uhr rief ich dann Stefan an: Es wird definitiv später werden heute Abend. Letztlich verließ  ich um 20Uhr entnervt und erschöpft das Institut. Ein harter 12h Tag puuuuh, so was war ich gar nicht mehr gewohnt! Ich hoffe nur, dass sich unsere Arbeit gelohnt hat und wir spannende Ergebnisse bekommen! In 2 (und in 3) Wochen werden wir nochmals Proben bekommen. Hoffentlich geht das Prozedere dann schneller...schließlich haben wir dann schon Routine.

 

 

13.05.2012
13:03

Ein Hoch auf Jena!

Durch Gespräche mit Bekannten (vorrangig aus den alten Bundesländern), wird uns immer wieder deutlich, wie gut wir es als promovierende Familie in Jena haben. Besonders die Kinderbetreuungsmöglichkeiten sind in Jena sehr gut ausgebaut, so dass Stefan und ich ohne größere Hindernisse unserer Promotion / Postdoc-Tätigkeit nachgehen können. Das ist bei weitem nicht bei allen Promotionsstudenten der Fall...

Zum Beispiel verfügt alleine das Studentenwerk Thüringen über 4 Kindergärten in Jena und über eine flexible Kinderbetreuung (JUniKinder), durch welche Babys (mind. 6 Wochen alt) stundenweise betreut werden können.

Wir hatten uns sofort nach der Geburt unseres Sohnes bei den kommunalen und etlichen privaten Kitas, sowie auf einen Tagesmutterplatz (Vergabe erfolgt über die Stadtverwaltung) parallel beworben und standen am Ende bei ca.15 Kitas auf der Warteliste. Warteliste? Ja... selbst in Jena, einer der (angeblich) kinder- und kitareichsten Städte Deutschlands, bekommt man einen Betreuungsplatz nicht hinterher geworfen man muss sich energisch kümmern, nachfragen und teilweise richtig präsentieren, um seinem Sprössling einen (Wunsch-) Kitaplatz zu gewährleisten. Letztlich haben wir eher zufällig und von Heute auf Morgen einen Tagesmutterplatz angeboten bekommen wir haben (wegen der familiären Atmosphäre und der Nähe zum MPI) sofort zugeschlagen, und so war ich nach nur ca. 9 Monaten Elternzeit wieder im Doktorandenleben angekommen.

Nun ist es so, dass Kinder nur bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres durch eine Tagesmutter betreut werden dürfen, also mussten wir letzten Herbst uns wieder auf den Kita-Bewerbungsmarathon einlassen, um unserem Spatz für diesen Herbst einen Kita-Platz zu ergattern. Erst sah die Lage (wiedermal) eher düster aus (zudem waren wir mit unseren Bewerbungen spät dran), doch dann, Ende Februar lichtete sich der Kita-Himmel und wir bekamen nicht nur eine, nein, gleich 6 Zusagen! Unser Kinderbetreuungs-Problem ist für die nächsten Jahre damit gelöst!

Ein weiters großes Plus in Jena: die Gebühren für Kita und Tagesmutter richten sich nach dem Einkommen, überschreiten aber 190  pro Monat nicht. Ein kleines Minus: Promotionsstipendien werden zu 95% angerechnet (obwohl vom Stipendium noch die 15,...% Kranken-und Pflegeversicherungs abgehen)...

Auch kann man als (Promotions-)Student Bus und Bahn, sowie den regionalen Bahnverkehr in Thüringen kostenlos nutzen, was Besuche beim Kinderarzt etc. enorm vereinfacht. Auch ganz nett: In der Mensa bekommt Vater oder Mutter gegen Vorlage eines Kinderausweises ein (halbes?) Essen gratis... Ein Hoch auf Jena (und die FSU)!             

 

10.05.2012
20:53

Ein weiteres Paper in Aussicht

  Mit der Annahme meines zweiten Erstautorenpapers rückt meine Verteidigung in greifbare Nähe. ... theoretisch betrachtet zumindest, denn, für eine kumulative Promotion brauche ich mindestens 2 veröffentlichte Erstautorenpaper und ein Manuskript sollte zur Begutachtung eingereicht sein. Realistisch sieht meine Forscher-Welt aber anders aus. Mein drittes Paper braucht noch etwas Reifezeit. Es soll meine Hauptveröffentlichung werden und wir hoffen, dass es diese Story ganz nach oben schafft. Das Datengerüst steht aber schon sehr stabil und ich (bzw. meine fleißige Bachelorstudentin) arbeite nun noch an einem, für das Manuskript essentiellen, Schlüsselexperiment. Zudem wiederholen wir einige Experimente, um unseren Ergebnissen und den daraus folgenden Schlussfolgerungen, ein gutes (Daten-) Fundament zu schaffen. Nebenbei schreibe ich schon fleißig am Manuskript. Heute zum Beispiel habe ich den ganzen Tag damit zugebracht, Legenden für die Abbildungen zu formulieren. Das ist nicht immer ganz einfach. Der Text sollte die dargestellten Sachverhalte präzise beschreiben und dabei möglichst eindeutig und kurz sein. Auch müssen in der Abbildungslegende Angaben zur statistischen Auswertung, sowie in der Abbildung verwendete Abkürzungen aufgeführt werden. Und das alles bei einer vorgegebenen Wortanzahl... Heute habe ich erst mal drauf los geschrieben weggekürzt werden kann später immer noch.

Dr. Dorothea Meldau
Biologin
Dr. Stefan Meldau
Biologe
Abschluss der Promotion 2013

Bildet sich zurzeit im Bereich Wissenschafts-
kommunikation weiter.
Wissenschaftler bei der KWS SAAT AG in Einbeck