Individualpromotion

Die Individualpromotion ist nicht an ein Ausbildungsprogramm gebunden. Die Betreuung der Promotion erfolgt durch den Doktorvater/die Doktormutter.

Zur Finanzierung existieren fünf Möglichkeiten:

Die Beschäftigung an einer Universität      

Universitäten beschäftigen Promovierende als wissenschaftliche Mitarbeiter/-innen entweder auf einer Planstelle an einem Lehrstuhl oder durch Drittmittel finanziert über ein Projekt. Wissenschaftliche Mitarbeiter/-innen am Lehrstuhl müssen sowohl Dienstaufgaben, wie z. B. das Abhalten von Seminaren und Übungen, als auch Leistungen im Interesse der eigenen wissenschaftlichen Qualifizierung erfüllen.

Als Projektmitarbeiter/-in kann die Forschung für die eigene wissenschaftliche Qualifizierung zum Projektinhalt gehören. Der Umfang der zu übernehmenden Lehraufgaben variiert je nach Beschäftigungsmodell. Die Beschäftigungszeit der Promovierenden ist unterschiedlich. Sie richtet sich z. B. nach der Laufzeit des bewilligten Projektes und kann von Disziplin zu Disziplin variieren.

Die Beschäftigung an außeruniversitären Forschungseinrichtungen

Bei den vier außeruniversitären Forschungseinrichtungen, unter denen eine Vielzahl an wissenschaftlichen Institutionen zusammengefasst sind, handelt es sich um: 


Während Universitäten Forschung und Lehre betreiben, dürfen die außeruniversitären Forschungseinrichtungen nur der Forschung nachgehen. Dementsprechend besitzen sie auch kein eigenes Promotionsrecht. Trotzdem bieten sie Beschäftigungsverhältnisse für Doktoranden/Doktorandinnen in unterschiedlichem Ausmaß an. Die Promotion wird dann in Kooperation mit Universitäten durchgeführt. Die Verträge haben in der Regel eine Laufzeit von 3 Jahren.

Die außeruniversitären Forschungseinrichtungen unterscheiden sich anhand ihrer Forschungsausrichtung. Während die Helmholtz-Gemeinschaft Grundlagenforschung in strategischen Programmen und die Max-Planck-Gesellschaft wissenschaftsgeleitete Grundlagenforschung betreibt, konzentriert sich die Fraunhofer-Gesellschaft auf angewandte Forschung. Bei der Leibniz-Gemeinschaft wird auf Gebieten geforscht, die von überregionaler Bedeutung und gesamtstaatlichem wissenschaftspolitischem Interesse sind.

Stipendien

Das Stipendienangebot ist vielfältig. Ein großer Teil wird durch die elf Begabtenförderungswerke geprägt, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt werden. Im Vordergrund steht hier die Persönlichkeitsentwicklung der Promovierenden, die sich je nach Ausrichtung des Begabtenförderungswerks unterscheidet.

Parteinahe Begabtenförderungswerke:

Begabtenförderungswerke mit konfessionellen Trägern:

Wirtschaftsnahe Stiftungen:

Stiftung des Deutschen Gewerkschaftsbundes:


Stiftung ohne Möglichkeit der Selbstbewerbung: 


Speziell für den internationalen Austausch konzipierte Stipendien vergibt der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD), der eine gemeinsame Einrichtung der deutschen Hochschulen ist. Doktoranden/Doktorandinnen können Jahresstipendien für Forschungsaufenthalte im Ausland oder Kurzzeitstipendien mit einer Laufzeit von 1 bis 6 Monaten für z. B. Bibliotheks- und Archivaufenthalte im Ausland erhalten. 

Darüber hinaus leisten verschiedene öffentliche, wie z. B. die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und unternehmensverbundene Stiftungen, wie z. B. die Deutsche Telekom Stiftung einen Beitrag zum vielfältigen Stipendienangebot. Letztendlich bieten meistens auch die Universitäten selbst Promotionsstipendien an.

Promotion in einem Unternehmen

Für Doktoranden/Doktorandinnen bietet sich zudem die Möglichkeit, ihre Promotion in einem Unternehmen zu schreiben. Unternehmen bieten die Finanzierung von Promotionen an, wenn diese für sie von wissenschaftlichem oder wirtschaftlichem Interesse sind. Der Kontakt zu den Unternehmen kann zum einen von dem Doktoranden/der Doktorandin durch Initiativbewerbung oder Bewerbung auf ausgeschriebene Promotionsthemen selbst hergestellt, zum anderen durch Hochschullehrer/-innen vermittelt werden. Die Suche nach einem Doktorvater/einer Doktormutter obliegt meist dem Doktoranden/der Doktorandin.

Eigenfinanzierung

Neben den bisher vorgestellten Finanzierungsmöglichkeiten bleibt zudem noch der Weg der Eigenfinanzierung einer Promotion. In der Regel erfolgt diese durch eine Berufstätigkeit außerhalb der Wissenschaft oder eine Finanzierung durch Mittel der Eltern.